Wie fair und regional kann Hundefutter sein? Unser Nachhaltigkeitsbericht 2017

Der Doggiepack Nachhaltigkeitsbericht: Wie nachhaltig, fair und artgerecht kann eine Hundefutter Manufaktur sein?: Wahrscheinlich sind wir die ersten in Deutschland, die so etwas machen. Warum? Ganz einfach: Doggiepack steht für Frisch. Fair. Artgerecht. Aber nicht nur auf Postern und Plakaten, denn Papier (und auch das Internet) ist bekanntermaßen geduldig. Um Euch Einblicke in unser Unternehmen zu geben und auch in unsere Entwicklung zu geben, haben wir uns dazu entschieden einen Nachhaltigkeitsbericht zu veröffentlichen.

Fair wirtschaften ist nicht immer einfach. Und auch wir haben noch einige Baustellen, die absolut verbesserungswürdig sind. Aber wir arbeiten stetig daran und der Bericht soll Euch zeigen, was und wie wir es machen.

Mit der Gründung von Doggiepack haben wir uns zum Ziel gesetzt, nicht nur ein frisches und artgerechtes Hundefutter herzustellen. Auch die Begleitumstände sollten der heutigen Zeit entsprechen und Doggiepack zu einem modernen, nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen machen, dass gesellschaftliche und ethische Verantwortung übernimmt.

Auch wenn wir bisher „nur“ ein kleineres Unternehmen in der Startup-Phase sind, so sind wir der festen Überzeugung, dass wir diesen Weg von Anfang an konsequent verfolgen müssen, um nicht nur glaubwürdig zu sein, sondern auch um unser Unternehmen nachhaltig und stabil zum Erfolg zu führen. Erfolg wird bei uns nicht nur in € gemessen, aber selbstverständlich ist es unser Ziel kostendeckend und gewinnbringend zu arbeiten. Aber nicht um jeden Preis. Erfolg bedeutet für uns auch, unseren regionalen Erzeugern neue Märkte und zusätzliche Verdienste zu eröffnen, die für das Bestehen der ländlichen Betriebe lebensnotwendig geworden sind.

100% nachhaltig Wirtschaften bedeutet für uns, größtmögliche Transparenz, beste, ehrliche Qualität für unsere Kunden und faire Preise für alle bei bestmöglicher Ressourcenschonung ohne Ausbeutung der Mitarbeiter durch Niedriglöhne.

Ein ehrgeiziges Ziel insbesondere, wenn man das Wettbewerbsumfeld betrachtet indem „Billigpreise“ üblich sind. Und natürlich auch eine finanzielle Belastung, da verantwortungsvolles Handel leider immer mit höheren Kosten verbunden ist.

Hier den kompletten Nachhaltigkeitsbericht downloaden (pdf-Format)

Die wichtigsten Punkte und Projekte:

1. Rohstoffe aus Deutschland und der Region

Auf dem Weg zu einem nachhaltigen und fairen Unternehmen nimmt Ursprung und Verarbeitung der Rohstoffe einen wichtigen Platz ein. Dabei achten wir, möglichst Rohstoffe aus Deutschland zu beziehen. Natürlich ist dies nicht immer möglich, da einige Rohstoffe die wir für eine ausgewogene Ernährung unserer Hunde als notwendig erachten, nicht in Deutschland angebaut oder erzeugt werden können. Hierunter fallen z.B. Bananen und Flohsamenschalen.

Der wichtigste Bestandteil unserer Produkte, das Fleisch, stammt bereits zu 100% aus Deutschland, wobei wir darauf achten, keine tierischen Produkte aus Massentierhaltung zu verarbeiten, in denen Medikamente zur Mastunterstützung eingesetzt werden. Bevorzugt werden Lieferanten, die ihre Tiere artgerecht halten.

a.) tierische Rohstoffe: 60% unserer tierischen Rohstoffe – ausgenommen Fisch – stammen bereits aus der direkten Region Hessen sowie direkt angrenzenden Bundesländern wie Thüringen und Niedersachsen. In der winterlichen Schlachtsaison erreichen wir beim Rind bereits 90%.

Qualität: Verarbeitet werden Abschnitte, Innereien, Knochen und Knorpel, die bei der Lebensmittelproduktion anfallen, Fleisch in B-Qualität sowie Tiere/Teile, deren herkömmliche Verarbeitung finanziell nicht lohnend ist, da sie z.B. zu mager sind.

b.) pflanzliche Rohstoffe

Das Produktsortiment wurde mit einem großen Anteil an Saisonsorten an die Erntezeiten in Deutschland angepasst. Die ganzjährig verfügbaren Sorten beinhalten hauptsächlich Obst- und Gemüsesorten wie Äpfel, Karotten und Sellerie, die durch Ihre lange Lagerfähigkeit bestechen.

Beim Einkauf wird darauf geachtet, Waren zu nehmen, die für Verkauf und Verarbeitung im Lebensmittelbereich ausgemustert wurden. Gründe für die Ausmusterung ist meist der optische Eindruck, teilweise nehmen wir aber auch Überbestand aus dem Handel, der sich aufgrund des Reifegrades nicht mehr an Endverbraucher verkaufen lässt z.B. braune Bananen.

Projekt Kleinerzeuger

 Viele Kleinerzeuger sind auf jeden Euro angewiesen, um ihre artgerechte Tierhaltung aufrecht erhalten zu können. Beim Schlachten der Tiere fallen Reste an, die kostenpflichtig entsorgt werden müssen. Viele dieser Reste wie z.B. Innereien, Fett und Fleischabschnitte sind qualitativ hervorragend und für die Verarbeitung zu Hundefutter sehr gut geeignet, aber es fehlt an Abnehmern, die einen Preis zahlen, dass sich der Mehraufwand durch Verpackung und Anlieferung für den Kleinerzeuger lohnt. Das gleiche gilt für Obst und Gemüse, welches für den Verlauf im Lebensmittelhandel „nicht schön“ genug ist und den Normen nicht entspricht. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, möglichst viel „Reste“ zu verarbeiten und einen anständigen Preis zu bezahlen. Unser Vorteil: Wir können qualitativ extrem hochwertige Rohstoffe in unserem Hundefutter verarbeiten und der Kleinerzeuger erhält Geld anstatt für die Entsorgung zahlen zu müssen. Aller Anfang ist schwer und so mussten wir das erste Jahr um Zulieferer werben. Inzwischen spricht es sich herum und immer mehr Kleinerzeuger fragen bei uns an, ob wir Bedarf haben. Dadurch konnten wir in der Weihnachtssaison 2017 unseren Rindanteil aus der direkten Umgebung bereits auf einen Anteil von 90% steigern. Äpfel: Auffällig zum Ende des Sommers ist, dass viele Apfelbäume in unserer Region gar nicht mehr abgeerntet werden. So starteten wir einen Aufruf, dass wir Äpfel (auch Fallobst) bei Anlieferung ankaufen. Die Resonanz war überwältigend.  Und viele unserer Zulieferer schilderten ihr Problem, dass ihnen heutzutage niemand mehr die Äpfel, die ganzjährig unbehandelt bleiben, abnimmt geschweige denn auch noch Geld dafür bezahlt. Karotten und Kartoffel: Hier werden wir von verschiedenen Höfen in der Region mit B-Ware beliefert, d.h. Ware, die zu klein, zu krumm, zu verwachsen ist sowie Waren, die nicht mehr abverkauft werden können – hauptsächlich Kartoffeln – weil die neue Ernte bereits in den Supermärkten steht.

 

Projekt Legehennen aus Mobilstallhaltung: Eierproduzierende Betriebe stehen vor der Problematik, dass sie Ihre Legehennen ausmustern müssen, aber heute kaum noch jemand Suppenhühner kauft. Die Ausmusterung der Hennen ist notwendig, um die Wirtschaftlichkeit dieser Betreibe aufrecht zu erhalten. Aber heute kauft kaum jemand mehr Suppenhühner. Nichtsdestotrotz müssen die Tiere gemäß den amtlichen Vorschriften geschlachtet werden, was wiederum den Landwirten hohe Kosten verursacht. Die Kosten für die Schlachtung sind für den regionalen Erzeuger unverhältnismäßig hoch, so dass die Tiere auch für die industrielle Futterverwertung eigentlich uninteressant werden.  Wir haben uns Anfang 2017 entschieden, es trotzdem zu versuchen und unseren Kunden gewolftes Huhn für ihre Hunde in einer absoluten Premium-Qualität anzubieten. Aber wir um wenigstens eine Kostendeckung zu erzielen, mussten einen Preis ansetzen, der den marktüblichen Preis für Hühnerfleisch als Hundefutter weit übersteigt. Die Qualität des Fleisches ist absolut hervorragend und wir freuen uns, dass auch von unseren Kunden bemerkt wird: So etwas habe ich noch in keinem Barfshop bekommen. Wirklich eine Top Qualität.! Nicht nur, dass mein Hund Euer Futter liebt und der Napf schneller leer geputzt ist als ich gucken kann. Auch die Qualität ist einsame Spitze. Besonders das Huhn pur. Danke, dafür zahle ich auch gerne ein bisschen mehr. Fazit nach dem ersten Jahr: Nach sehr verhaltenden Käufen in den ersten Monaten, ist die Nachfrage deutlich angezogen und wir sind zuversichtlich, dass die Nachfrage steigen wird. Unser Ziel ist es, den Mobilställen in der Umgebung künftig die Abnahme ihrer Legehennen garantieren zu können.

 

2. Fairer Einkauf

Eines der Hauptkriterien für den Einkauf ist die regionale Nähe der Lieferanten. Zum einen, um unnötig lange Transportwege zu vermeiden und zum anderen um auch unsere direkte Wirtschaftsregion zu unterstützen. Neben der regionalen Nähe ist auch der Produktionsstandort der Waren ein wichtiger Aspekt. Bevorzugt werden Waren, die in Deutschland hergestellt werden.

3. Umweltschutz und Umgang mit Ressourcen

Die natürlichen Ressourcen unserer Erde sind begrenzt. Klimawandel, Ozonloch, wachsende Müllberge und der Ausstoß von Schadstoffen belasten uns und unsere Umwelt. Wir fühlen uns als Unternehmen verpflichtet, aktiv an Maßnahmen zur Reduzierung der Schadstoffbelastung und Schonung unserer Ressourcen beizutragen.

  • Unsere Produktion bezieht Energie aus 100% eigenproduziertem Solarstrom. Die externe Tiefkühllogistik wird bereits zu 2/3 aus Solarstrom gespeist.
  • Bei der Auswahl unserer Kühltruhen für den Handel war ein geringer Energieverbrauch das ausschlaggebende Kriterium. Vielleicht sind sie nicht ganz so schick wie Truhen mit gewölbtem Deckel, aber dafür verbrauchen sie pro Tag 2,5 KWh weniger.
  • Produktverpackung: Wir sind wie alle Futtermittelhersteller an gesetzliche Vorgaben hinsichtlich der Verpackung unserer Produkte gebunden. In diesem Rahmen bemühen wir uns um eine Reduzierung des Mülls, der bei unseren Kunden zuhause nach der Hundefütterung anfällt. Aus diesem Grund haben wir uns die Verpackung in Form der Wurst entschieden. Hier arbeiten wir mit Kunstdärmen, wie sie auch in der Lebensmittelproduktion Verwendung finden. Diese Form der Verpackung ist wesentlich ressourcenschonender als die branchenübliche Verpackung in Beuteln oder Vakuumpacks, da die Kunststofffolie wesentlich dünner ist und die Wurstform es ermöglicht, Überstände und damit Materialverschwendung zu vermeiden.
  • Lieferung, Versand & Pfandsystem: Mitte 2017 haben wir unsere Isolierboxen für den Versand auf eine umweltfreundliche Variante aus Hanf umgestellt. Die Hanfmatten haben einen ähnlichen hohen Isolierwert wie Styropor sind aber im Gegensatz dazu zu 100% kompostierbar. Darüber hinaus bieten wir eine Rücknahme der Matten zur Wiederverwendung an
  • Zum Ausstopfen der Pakete verwenden wir ausschließlich Altpapier oder verwenden Material wieder, welches uns im Rahmen der Lieferungen erreicht
  • Plastikmüllvermeidung beim Versand: Seit der Umstellung auf die Hanfisolierung verzichten wir beim Versand an Endverbraucher zudem auf Lieferscheintaschen aus Plastik und legen die Lieferscheine den Sendungen lose bei.
  • Ende 2017 wurde die Anschaffung eines Lieferfahrzeuges notwendig. Hier haben wir uns trotz Aufpreises aufgrund der wesentlich niedrigeren Emissionswerte für einen Kastenwagen mit Autogas entschieden, der Anfang 2018 geliefert wird. 75% unserer Händler werden zudem soweit möglich mit wiederverwendbaren Isolierboxen beliefert.

 

4. Mitarbeiter

Unsere Mitarbeiter sind das wertvollste Gut von Doggiepack, da erst sie unser Unternehmen nachhaltig zum Erfolg führen können. Doggiepack beschäftigt derzeit 4 Festangestellte sowie zwei Aushilfen. Besonders freuen wir uns, dass wir bisher zwei Aushilfen im Zuge des Unternehmenswachstumes bereits in eine unbefristete Festanstellung übernehmen konnten. Eine ausführliche Beschreidbung unserer Maßnahmen für Mitarbeiter findet ihr in der Download Version unseres Nachhaltigkeitsberichtes 2017.

 

5. Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung

Doggiepack ist ein tolerantes und weltoffenes Unternehmen. Wir sehen uns als Unternehmer in der Verantwortung zu unserem gesellschaftlichen Leben beizutragen. Selbstverständlich ist in diesem Zusammenhang für uns, Schülern Praktikumsplätze anzubieten, um Einblicke in das Berufsleben zu geben. Langfristig soll Doggiepack auch als Ausbildungsbetrieb etabliert werden.

 

  1. Gesicht zeigen gegen Rassismus und für Demokratie

Der Erhalt unserer Demokratie und unserer demokratischen Grundwerte ist nicht selbstverständlich. Wir stehen offen dazu, dass wir rechtsradikales Gedankengut als Unternehmen nicht tolerieren und schweigend hinnehmen.

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Projekt „Geh wählen“

Zur Bundestagswahl 2017 hat Doggiepack über Facebook und den eigenen Blog aufgerufen, wählen zu gehen. Zur Belohnung gab es für jeden Kunden, der ein Foto von seinem Wahllokal geschickt hat, einen Gutschein für den Online-Shop.

 

Projekt „Integration von Flüchtlingen“

2017 haben wir eine Praktikumsstelle für einen Flüchtling aus Eritrea geschaffen, um ihm Einblicke in unsere Produktion und Arbeitsweise zu gewähren.  Samuel ist 37, seit 4 Jahren hier und wünscht sich nichts mehr als endlich arbeiten gehen zu können. Da seine Deutschkenntnisse leider noch nicht so gut sind, fällt die Jobsuche natürlich schwer zumal er auch noch in Jobcenter-Maßnahmen verpflichtet ist.

Das Praktikum ist sehr gut verlaufen und hat gezeigt, dass man eine Sprache am besten im Alltag lernt. Unser Ziel ist es, Samuel im Jahr 2018 eine Festanstellung anbieten zu können.

 

2. Engagement im Tierschutz

Als Unternehmen mit der Vision von gesunden und vitalen Hunden ist es natürlich unerlässlich, die Tierschutzarbeit in Deutschland zu unterstützen. Geld- und Sachspenden erhalten die nachfolgenden Initiativen:

 

  • Tierschutzverein Samtpfote e.V. in Nidda
  • Tierheim Wetterau e.V.
  • Tierheim Elisabethenhof Reichelsheim, Mitglied des BMT e.V.

 

3. Zusammenarbeit mit der EVIM Behindernhilfe

Bereits seit 2016 arbeiten wir mit der Schlocker-Bäckerei der EVIM Behindertenhilfe in Hattersheim zusammen. Dort werden in liebevoller Handarbeit die Hundekekse gebacken. Die Werkstätten der Schlocker-Stiftung bieten 340 Arbeitsplätze für Menschen mit geistiger und / oder körperlicher Beeinträchtigung, wobei die Arbeitsplätze individuell auf deren Fähigkeiten abgestimmt werden. 60% des Verkaufspreises gehen direkt und ohne Umwege an die Schlocker-Stiftung.

Durch die Aufnahme der Hundekekse in das Sortiment von REWE und Edeka Supermärkten in der Region Wetterau/Vogelsberg und Mittelhessen konnte die verkauften Stückzahlen in 2017 um 57% gesteigert werden. 2018 wird eine neue Verpackungseinheit eingeführt. Wir erwarten mit dieser Maßnahme sowie der Akquisition neuer Händler eine weitere Umsatzsteigerung um mindestens 30%.

 

Mehr Information zur Schlocker-Bäckerei:

http://www.schlocker-baeckerei.de/

Liebe Leserinnen und Leser,

 

wir sehen unseren Nachhaltigkeitsbericht als lebendes Dokument. Vielleicht hat Euch bei der Lektüre etwas gefehlt. Oder Ihr wünscht Euch mehr Engagement in dem einen oder anderen Bereich von uns. Wir sind immer offen für neue Ideen, Anregungen und auch Kritik.

Eure Meinung ist uns wichtig!

Schreibt uns: info(at)doggiepack-hundefutter.de

 

Wir freuen uns auf Euch!

Eure Doggiepacks

Olivia, Elena, Martina, Sandra, Tony & Ilona

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