Eier-Skandal, Hundefutter und der menschliche Geiz

Giftige Eier im Supermarkt – das Thema der Woche und Anlass für uns das Thema Fleisch und tierische Produkte aus artgerechter Haltung wieder einmal aufzugreifen. Denn gekochte Eier werden dei Doggiepack in unseren purinarmen Hundemenüs und einigen Saisonsorten verarbeitet.

Ganz ehrlich: Schocken Euch giftige Eier noch?

Leider muss ich sagen, dass mich dieser erneute Skandal nicht verwundert hat. Von Gammelfleisch-Skandalen über BSE und getürkte Bio-Eier. Von Antibiotka-belastetem Fleisch, quälerische Massentierhaltung bis hin zu verseuchtem Getreide und Bienensterben durch Pestizide. Alle sind nur eine logische Folge von Billigwahn und Profitgier der Massenproduktion.  Und wir Verbraucher müssen uns an die eigene Nase fassen, wenn mal wieder über die „teuren Eier“ für Stck. 30ct gemurrt wird.

Wer wird in acht Wochen noch die teuren Eier kaufen?

Da kaufen wir hier ein neues Handy für 400 € und da muss es dann doch noch die Playstation sein. Oder Fernseher kaputt? Kaufen wir doch einen neuen. Ist ja gerade für nur 300 € im Angebot. Meine Mama hätte den früher übrigens noch reparieren lassen. Aber das geht ja meist heute nicht mehr. Aber 10 Eier für 3 oder 4 Euro – nee, das geht absolut nicht!

Und wer wird in zwei Monaten noch zu den teuren Eiern greifen? Skandal vergessen, verdrängt und – zack – landet wieder das 10er-Pack Eier aus dem Supermarkt im Wagen – im besten Fall die Bio-Variante. Und wir glauben einfach, dass diese Bio-Eier korrekt deklariert sind (Kleine Erinnerung an den Skandal von 2014)

Eier sind auch im Hundefutter ein Thema!

AM_spinat_ei_doggiepack_hundefutter_fertigbarf
Rind mit Spinat & EI

Gerne wird im Hundefutter Eierschalen-Pulver verwendet. Oder aber halt gleich das komplette Ei. Nun gibt es jetzt viele Experten, die sich zu Wort melden und auch die Politik versucht abzuwiegeln: Die Fipronil-Belastung im Ei sei für einen Erwachsenen mit 65kg Körpergewicht unbedenklich. Aber bei Kindern sieht das schon wieder ganz anders aus …… und was ist mit unseren Hunden?

Risiko Eierschale

Die Fipronil-Belastung in der Eierschale hat noch nicht einer überprüft. Es ist absolut nichts, aber auch gar nichts darüber bekannt, ob und in welcher Konzetration es sich in der Schale ablagert. Zumindest habe ich nichts darüber gefunden – ihr dürft mich gerne eines besseren belehren. In höheren Dosen kann Fipronil Haut und Augen reizen, Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Und es wird bei Kindern vor einem potentiellen gesundheitsgefährdendem Risiko gewarnt. Das kann sich natürlich schnell wieder ändern, denn die Datenlage ist wohl noch nicht so üppig.

Also bleibt ja hier wohl die Frage – fressen unsere Hunde das Insektizid auch mit der Schale? Oder wurden die Eier etwa in mit Fipronil-belasteten Reinigungsmitteln gesäuberten Behältern gelagert? Haftet das Gift an der Schale?

Wie vergleichbar ist der Hund mit Menschenkindern?

Da wir beide Säugetiere sind, kann man schon Vergleiche heranziehen. Und natürlich ist es auch immer von Alter, Größe etc. abhängig. Ein Yorkshire Terrier verträgt sicherlich weniger Fipronil als ein Rottweiler. Aber beide verspeisen gerne gekochte Eier. Also was tun? Muss ich jetzt die verträgliche Ration für einen kleinen Hund berechnen?

Der Ausweg aus dem Eier-Dilemma

Verzicht oder gesicherte Herkunft. Klingt einfach – ist es aber nicht. Der beste Weg natürlich ist der Weg direkt zum Erzeuger – zum kleinen Erzeuger! Jetzt werden gerade die Städter unter  Euch sagen:“einfacher gesagt als getan“. Ja, leider – aber liebe Städter, auch Ihr könnt sicherlich auf dem Markt oder im Bio-Laden Eier aus Eurer Region bekommen.

Alles richtig gemacht

Als kleine Hundefutter Manufaktur mit dem Anspruch mit Kleinerzeugern aus der Region zu arbeiten, müssen wir uns immer wieder der Preisdiskussion stellen – eben weil wir keine Billig-Rohstoffe verwenden möchten. Es ist teurer. Unsere Hundefutter-Eier sind die B-Ware, die aufgrund von Größe und Form nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen werden – oder sie stammen von Hühnern aus dem Tierschutz. Selbst für diese Eier bezahlen wir im Einkauf mehr als uns das 10er Pack Freilandeier vom A-, L-, P- oder sonst einem Discounter kosten würde. Das gleiche gilt übrigens für unser Fleisch, aber das nur nebenbei bemerkt.

Aber jetzt haben wir endlich mal einen entscheidenen Wettbewerbsvorteil: Unsere Kunden müssen keine Angst davor haben, ihren Fellnasen aus Versehen Insektizid-Eier zu füttern.

Glückliche Hühner legen unbelastete EierIMG_2583

Wir arbeiten hier mit der Eierschachtel in Nidda-Borsdorf zusammen. Daniel Goldhammer hegt und pflegt seine Hühner und achtet auf medikamentenfreie Qualität – und nicht auf schnell, schnell Quantität. Aber auch Daniel muss von seiner Arbeit leben können – eben so wie wir. Und das geht nicht mit Dumpingpreisen. Aber dafür kann ich mehrmals die Woche beim Gassigehen Daniels Hühner beim Auslauf beobachten – unangemeldet. Und ich freue mich jedes Mal darüber, das wir Euch und euren Hunden nicht nur eine hervorragende Qualität anbieten können, sondern dass wir mit unserer Philosophie und Strategie auch maßgeblich dazu beitragen Tierleid zu verringern.

Natürlich hat das seinen Preis – geschenkt ist keine Option

Wir können und wollen nicht mit großen Anbietern mithalten. Wir wollen es anders machen und wir machen es auch anders. Es ist toll, dass immer mehr Kleinerzeuger aus unserer Region sich nach eineinhalb Jahren Doggiepack eigeninitiativ bei uns melden und nachfragen, ob wir ihnen etwas abnehmen möchten. Und wir möchten auch Geld dafür geben, denn wir wissen aus eigener Erfahrung, dass in kleinen Betrieben jeder Euro zählt. Und jedes Mal, wenn Daniel uns 400 und hoffentlich bald mehr Eier bringt, freue ich mich darüber, wieder einen kleinen Beitrag zum Erhalt unserer artgerechten Tierhaltung in unserer Region beitragen zu können.

Die Eier werden dann liebevoll von Martina & Sandra gekocht und in unseren neuen purinarmen Sorten als auch in unseren Saisonsorten mit Spinat & Ei verarbeitet.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein freudiges nächstes Einkaufserlebnis bei den ehrlichen Erzeugern, die es wirklich noch gibt!

Eure Olivia

Mehr zum Thema artgerechte Tierhaltung:

Warum Barf-Fleisch aus artgerechter Haltung besser ist

Pferdefleisch im Hundefutter geht auch tierfreundlich

Hühnereier aus dem Tierschutz

Möchtest Du auf dem Laufenden bleiben? Hier für den 14tägigen Doggiepack-Newsletter anmelden

Über die Autorin:

portrait-oliviaOlivia Bickerle: geprüfte Tierheilpraktikerin seit 2006 und Gründerin von Doggiepack

 

 

 

verwendete Quellen:

Der Spiegel 4.8.2017

Die Zeit 5.8.2017

Die Zeit 3.8.2017

Frankfurter Allgemeine Zeitung 23.03.2014

Bundesinstitut für Risikobewertung 30.07.2017

 

Fotos: Doggiepack, pixabay.de

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Facebook