Warum ein gesunder Darm beim Hund wichtig ist

Warum ein gesunder Darm beim Hund wichtig ist

Gesunder Darm = gesunder Hund? Ganz so einfach ist es leider nicht, aber ein gut funktionierendes Verdauungssystem und ein aktiver Darm trägt massiv zur Gesunderhaltung unserer Hunde bei. Grund genug, uns intensiver mit diesem faszinierenden Organ auseinander zu setzen.

Was macht ein gesunder Darm beim Hund?

Der Darm – grob unteilt in Dünn- und Dickdarm – spaltet den Nahrungsbrei aus dem Magen mit Unterstützung des Bauchspeichelsekretes und der Galle weiter auf und sorgt über die Darmschleimhaut für die Aufnahme der Nährstoffe aus der Nahrung. Weiterhin werden Abfall- und Giftstoffe über diesen Weg abtransportiert und aus dem Körper geleitet. Die Darmschleimhaut ist übrigens von der Fläche her der größte Körperteil, der mit Umwelteinflüssen in Kontakt kommt. Ursache hierfür ist der Aufbau der Darmschleimheit mit unzähligen Ausstülpungen, den sog. Darmzotten.

Der Darm ist von tausenden von Bakterien besiedelt, die im Körper einen regelrechten Mikrokosmos darstellen. Viele kennen dies auch unter der Bezeichnung „Darmflora„. Die Darmflora hat verschiedene Aufgaben im Körper:

  • Unterstützung der Verdauungprozesse z.B. durch Bakterien, die Fermentierungsprozesse im Dickdarm einleiten.
  • Immunabwehr: Die Bakterien legen sich als Schutz über die Schleimhaut und wehren Viren und krankmachende Bakterien ab sich zu vermehren und in den Körper zu gelangen.
  • Bildung wichtiger Vitamine z.B. aus dem B-Komplex
  • Unterstützung der Verdauung von verschiedenen Nahrungsbestandteilen z.B. flüchtige Fettsäuren
  • Produktion von kurzkettigen Fett
  • Abtransport von Giftstoffen aus dem Körper
  • Anregung der Darmperestaltik (Darmbewegung)

 

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Gesunder Darm beim Hund = gesunde Immunabwehr

Wie eben schon angerissen, nimmt der Darm bei der Immunabwehr eine zentrale Rolle ein. Der Darm ist sogar das größte Abwehrzentrum im Körper – das sogenannte darmassoziierte Immunsystem. 70-80% aller Zellen, die Antikörper produzieren liegen in der Oberfläche der Darmschleimhaut. Außerdem ist die Darmflora ab der Geburt entscheidend für die Ausreifung und Prägung des Immunsystems.

 

Der Darm beim Hund im Ungleichgewicht

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Kommt die bakterielle Besiedlung aus dem Gleichgewicht, spricht man von einer Fehlbesiedelung des Darmes. Denn auch Bakterien, die eigentlich einen guten Zweck innerhalb der Darmflora erfüllen, können bei überproportionaler Zunahme andere Bakterienstämme verdrängen und  die Darmflora schwächen oder gar schädigen. Es kann z.B. zu Fäulnisprozessen im Darm kommen, die Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall verursachen.

 

 

Ursachen der bakteriellen Fehlbesiedlung im Darm beim Hund

Es gibt innere und äußere Faktoren der Fehlbesiedlung der Darmflora. Zu den inneren Faktoren zählen ein Mangel an Magensäure, Galle und Enzymen der Bauchspeicheldrüse wodurch die einzelnen Nahrungsbestandteile nicht mehr richtig verdaut werden können. Aber auch Fehlbildungen des Darmes können hier die Ursache sein.

Die äußeren Faktoren sind vor allem die Ernährung, Infektionen als auch die Gabe von Medikamenten. Insbesondere Antibiotika sind bekannt dafür, Bakterienstämme zu schwächen und zu schädigen, was im Umkehrschluß Probleme mit der Verdauung der Nahrung nach sich zieht.

Das Gleichgewicht der Darmflora verschieben kann aber auch maßgeblich der Faktor „Stress“, der das komplette Immunsystem schwächt.

Wie bleibt der Darm beim Hund gesund?

Natürlich können wir unsere Tiere nicht vor allem beschützen, was so in der großen, weiten Welt lauert. Aber man kann die Darmgesundheit positiv durch eine ausgewogene Ernährung beeinflussen und dabei ein wenig auf „darmgute“ Zutaten achten.

Tipps für den gesunden Darm

Ausreichend Ballaststoffe

Ballaststoffe sind schwer oder unverdauliche Bestandteile der Nahrung (bestimmte Kohlenhydrate & Rohfaser). Nichtsdestotrotz erfüllen sie eine wichtige Aufgabe im Verdauungsapparat des Hundes: Ballaststoffe dienen als Nahrungsquelle für Bakterien der Darmflora. Zudem haben Ballaststoffe die Fähigkeit aufzuquellen und dadurch ein größeres Volumen zu erreichen. Kommt mehr in den Darm, wird dieser zu stärkerer Bewegung angeregt (Darmperestaltik). Der Stuhl wird durch Ballaststoffe lockerer und kann besser ausgeschieden werden.

Ballaststoffe sind grundsätzlich nur in Pflanzen enthalten, weshalb eine ausgewogene und darmfreundliche Ernährung von Hunden auch pflanzliche Bestandteile enthalten sollte. Der Anteil, den Ballaststoffe in der Mahlzeit einnehmen sollten, liegt bei 2-4% allerdings kann er auch durchaus auf 16% ansteigen. Insbesondere alte Hunde benötigen einen höheren Anteil an Ballaststoffen.

Etwas schwieriger ist die Bestimmung des Anteils der Ballaststoffe. Als Rohfaser werden nur die wasserunlöslichen Ballaststoffe bezeichnet. Die wasserlöslichen Bestandteile, die den Darmbakterien als Nahrung dienen fallen meist unter den Tisch.

Allerdings sollte man nicht den Anteil einer Zutat mit dem Anteil der Ballaststoffe verwechseln. So haben Äpfel einen Ballaststoffanteil von ca. 2-3%. Wenn das Hundefutter also einen Anteil von 10% frischen Apfel beinhaltet, werden dem Hund über die Äpfel mit der Mahlzeit 0,2-0,3% der benötigten Ballaststoffe zugeführt.

Ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind:

Aufgrund der besseren Verdaulichkeit empfehlen wir Obst zu pürieren und Gemüse zu garen. Auch Getreide kann durchaus sinnvoll zum Einsatz kommen, wobei natürlich die Menge bei eine normal gesunden Hund 5-10% nicht überschreiten sollte und auch dieses eingeweicht (Flocken) bzw. gekocht gegeben werden sollte.

 

Probiotische Nahrungsmittel -> wir brauchen Milchsäurebakterien

Als Probiotika werden Lebensmittel bezeichnet, die lebende Mikroorganismen beinhalten, die im Darm aktiv werden und einen gesundheitsfördenden Einfluß haben. Selbstverständlich gibt es diese auch medizinisch und in Kapselform. Allerdings muss man nicht jetzt der Fellnase nicht den probiotischen Joghurt unter die Nase halten. Im Grunde geht es um die Milchsäurebakterien, die sich positiv auf die Darmflora auswirken. Ob wirklich als probiotisch gekennzeichnete Nahrungsmitteln besser wirken …… ein wissenschaftichen Beweis gibt es hierfür nicht. Verkauft sich aber gut!

Aber natürlich braucht man nicht wahllos alle Milchsäurebakterien. Es gitb auch solche, die eine unerwünschte Wirkung haben. Zum Beispiel bei verderbendem Fleisch ist ein Milchsäurebakterium für die Grünfärbung verantwortlich.

Gute Milchsäurebakterien findet ihr in:

  • fermentierten Milchprodukten wie Joghurt, Käse, Kefir, Sauermilch
  • fermentiertes Getreide (Brottrunk)
  • fermentiertes Obst & Gemüse (Sauerkraut)

Mageninhalt mit vedarmpflege_fuer_hunderfüttern

Gutes tut Ihr Euren Hunden auch, wenn Ihr Blättermagen regelmässig samt dem stinkendem Mageninhalt verfüttert. Pansen geht auch, aber meist wurde dieser ausgeschüttelt und hat nicht mehr ganz so viel Reste vom Mageninhalten des Wiederkäuers an sich kleben. Weißer Pansen wurde gewaschen und hat keinerlei Nähr- und Funktionwert für den Hund. Also lieber die Nasenklammern herausholen und die stinkigen Mägen füttern.

Der Mageninhalt der Wiederkäuer ist vorverdaut und zum Teil schon fermentiert, weshalb er reich an guten, frischen Bakterien für die Darmflora Eures Hundes ist.

Bierhefe über dem Hundefutter.

Bierhefe ist sozusagen ein kleines Wundermittel: Sie enthält viele Vitamine des B-Komplexes und kleine Mengen an Spurenelementen und Mineralien. Sie hilft besonders gut im Fellwechsel und sorgt auch allgemein für ein glänzendes und gesundes Fell. Des Weiteren ist sie gut geeignet für bevorstehende Stresssituationen und wirkt appetitanregend. Aber vor allem tut sie der Darmflora gut und regt die Darmtätigkeit an.

Bitte die Dosierung aber nicht übertreiben – dann ist es kontraproduktiv und Dein Vierbeiner bekommt Durchfall.

Apfelessig – das bewährte Hausmittel

Schon meine Oma hat darauf geschworen und zwar für alle: Mensch & Tier. Und wenn Oma darauf schwört …. 🙂 Nein, Apfelessig ist nicht nur ein Placebo. Zahlreiche Studien haben sich damit befasst – aber die traditionelle Naturheilkunde setzt Apfelessig schon lange ein.

Apfelessig ist zwar sauer, wirkt aber basisch, was wichtig für die Darmpflege ist, da der Dünndarm alkalisch ist und einen ph-Wert über 7 haben sollte. Der Essig regt die Verdauungssäfte an, reguliert den Blutzuckerspiegel und entlastet die Bauchspeicheldrüse.

Kräuter für den gesunden Darm beim Hund

Viele Kräuter wirken sich wohltuend auf den Verdauungsprozess aus. Sinnvoll ist allerdings nicht zu viele Kräuter in einer Mahlzeit zu mischen, um nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Wenn man getrocknete Kräuter verwendet, sollten diese mit kochendem Wasser überbrüht werden und nach ca. 10 Minuten Ziehzeit komplett mit dem Wasser unter das Futter gemengt werden.

Für eine gute Verdauung und den Darm sind folgende Kräuter gut geeignet:

  • Kümmel
  • Fenchelsamen
  • Anis
  • Löwenzahn (regt die Gallenproduktion an)
  • Oregano (sehr parasitenfeindlich!)
  • Minze
  • Ingwer
  • Mariendistel

oder doch lieber bequem?Futterperle_klein_mit_joghurt_kraeuter_doggiepack_hundefutter

Die bequeme Art der Darmpflege geht mit unserem DarmFIT, was wir extra dafür entwickelt haben. DarmFIT besteht zu 70% aus Blättermagen samt Mageninhalt und stinkt für unsere menschliche Nase leider zum Gott erbarmen. Aber da wir konsequent künstliche Zusätze oder gar Aromen ablehnen, hilft nur die Gewohnheit oder eine Nasenklammer. Dein Wauzi wird es lieben.

Wir empfehlen die Fütterung 1x pro Woche. Als 3-5-Tages-Kur ist DarmFit bei Durchfall oder Verstopfungen zu empfehlen. Optimal eigent sich eine DarmFIT-Mahlzeit nach der Knochenfütterung, da die Rezeptur hilft, den Knochen zu verdauen und das Risiko von Knochenkot reduziert.

 

Ihr habt Fragen oder Anmerkungen? Gerne könnt Ihr diese über unsere Facebook-Seite stellen oder uns direkt kontaktieren.

Wir freuen uns auf Euch!

Eure Doggiepacks

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Literatur:

Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, 2010, Wengenroth: Die bakterielle Fehlbesiedlung des Darms und die Möglichkeit von ernährungstherapeutischen Maßnahmen

Niemand: Praktikum der Hundeklinik, Verlag Enke, 11. Auflage, 2011

Enzyklopädie der Heilpflanzen, Neuauflage 1994, Neuer Kaiser Verlag

Jürgen Zentek, Hunde richtig füttern, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage, 2012

Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 258. Auflage, 1997, Verlag de Gruyter

Eugen Ulmer GmbH & Co.

www.flexikon.doccheck.com

www.wikipedia.de

www.intestinal.de

der-gesunde-darm.de

www.gesundheit.de

http://www.bmi-rechner.net/ballaststoffe-tabelle.htm

http://www.gesund-heilfasten.de/nahrungsergaenzung/bierhefetabletten-bierhefe.html

Fotos: Doggiepack, pixabay.de

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