Hund mit Leishmaniose – ein Erfahrungsbericht von Uli & Tim

Hund mit Leishmaniose – ein Erfahrungsbericht von Uli & Tim

Uli & Tim – ein absolutes DreamTeam – und leider ist auch Tim ein Hund mit Leishmaniose. Aber was ein richtiges Dreamteam ist, kämpft gemeinsam. Uli Plobner berichtet heute über schwierige Zeiten, Ängste, emotionale Auf und Abs und wo sie Hilfe und Unterstützung bekommen hat. Lieben Dank für diesen sehr berührendenden Artikel, der uns emotional sehr an Eurer Geschichte teilhaben lässt – auch diejenigen unter uns, die keinen Hund mit Leishmansiose haben. Aber nun lassen wir Uli zu Wort kommen:

 

Mittelmeerkrankheiten – was ist das?

Als ich meinen Tim auf der Website „Couch gesucht“ sah, habe ich mich sofort in den kleinen Schlingel verliebt!

Ich bekam Tim am Flughafen von einer Auslandstierschutzorganisation übergeben und während eines Telefonates über meine Adoptionsabsichten hörte ich zum ersten Mal von „Mittelmeererkrankungen“.

Ich durchstöberte sofort das Internet zum Thema und hoffte inständig, Tims Blutergebisse mögen bitte-bitte nichts Auffälliges zeigen. Parallel rief ich noch vor Tims Ausreise bei meinem Tierarzt an, um abzuklären, ob Tim im Falle eines Falles von ihm betreut werden kann. Er machte mir Mut und sagte, wenn ich mich für einen Hund bereits entschieden hätte und sich im Laufe der Zeit sich eine Mittelmeererkrankung abzeichnen sollte, gäbe es einen Weg, diese auch zu behandeln. Das beruhigte mich.

Meine Entscheidung für Tim war ja eh längst gefallen … .

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Das ist Tim!

Tim kommt nach Deutschland

Kurz vor Ausreise wurde Tim kastriert. (Der einzige Diskussionspunkt, den ich mit der Tierschutzorganisation hatte). Diese OP und die Flugreise nach Deutschland lösten wohl einen ersten Schub aus, der sich als böse Schwellung seines rechten Auges zeigte. Samstags habe ich Tim am Flughafen in Empfang genommen, montags stand ich bereits mit ihm zur ersten Blutentnahme und Kontrolle des Auges bei meinem Tierarzt auf der Matte.

Diagnose: Leishmaniose! Na toll, jetzt habe ich einen Hund mit Leishmaniose. Der Tierarzt leitete sofort eine Therapie mit Allopurinol ein und man konnte zusehen, wie das Auge verheilte!

Hilfe für Hund mit Leishmaniose

In dieser Zeit stieß ich bei meinen Internet-Recherchen zum Thema Hund mit Leishmaniose auf Frau Eva Brück, mit der ich ein erstes LM-Aufklärungstelefonat führte.  Sie beantwortete geduldig meine Fragen und machte mir Mut und bestätigte, was mir mein Arzt bereits beim Aushändigen der Allopurinol-Tabletten mit auf den Weg gab (die ich unter Tränen entgegennahm, das vergesse ich nie):  „Frau Plobner, Leishmaniose muss kein Todesurteil sein!“ Diese Worte gaben mir erste Hoffnung, auch wenn da noch die Verzweiflung überwog.

Frau Brück empfahl mir ein Buch, das ich lustigerweise parallel bereits bestellt hatte, von Frau Angelika Henning – und sie meinte auch, ich solle doch direkten Kontakt zu ihr aufnehmen, sobald es mit Tim schlimmer käme. Sie sei tatsächlich eine Kapazität auf dem Gebiet. Ich hoffte so sehr, das Buch möge doch endlich geliefert werden! Anm. der Redaktion: Ratgeber „Leishmansiose erkennen, verstehen, behandeln“ von Angelika Henning

Die ersten Monate mit Allopurinol verliefen super. Mein Tim entwickelte sich zu einem  wunderschönen Hund mit seidigem  glänzendem Fell. Alle 2 Monate stand ich bei meinem Dok auf der Matte und Tim ließ geduldig das Blutabnehmen über sich ergehen. Er war auch nie sehr nervös, sondern die Besuche gehörten für ihn mittlerweile wie selbstverständlich dazu und er tapste mir treu ergeben in Richtung Praxis hinterher.

Tim verändert sich

Hund mit Leishmaniose
Tim im Leishmansiose-Schub

tim_hund_leishmaniose_doggiepackDoch die Werte verschlechterten sich immer mehr. Er verlor Fell und bekam schreckliche Schuppen. Auch wurde sein Verhalten anders. Er lief nicht mehr die Spaziergänge komplett durch, sondern blieb unterwegs einfach liegen, buddelte sich ein (für mich die schlimmsten Augenblicke …) und lahmte einmal sogar. Die Gelenke waren geschwollen. Zu jenem Zeitpunkt passierte aber parallel noch was anderes: Er glitt mir beim Herausheben aus dem Auto vom Arm und kam so blöd auf, dass er sich die Schulter stauchte.

Ich ging mit ihm zu einer Osteopathin und die bekam ihn wieder hin. Man wusste aber nie,  waren die Gelenkschmerzen beim Laufen jetzt schon Anzeichen der LM oder kamen die vom Sturz? Außerdem wurde er reifer und ließ die Flegeljahre gerade hinter sich. Auch hier wusste ich nie so recht, wurde Tim generell ruhiger oder war manches der LM geschuldet? Meine beiden konsultierten Ärzte (1. mein „Hauptarzt“, in der Nähe der Wohnung meiner Eltern gelegen, wo sich Tim überwiegend ja aufhält und zeitgleich nah an meiner Arbeitsstelle und 2. meine „Notfallärztin“ für die Wochenenden in Nähe meiner eigenen Wohnung, falls ich dringend mal handeln müsste und keine Zeit für lange Erklärungen sein würde) beschlossen, dass jetzt gehandelt werden muss. Milteforan musste her. In dieser Zeit half mir Frau Henning durch den Ärztemeinungen-Dschungel und sortierte diverse Aussagen. Sie erklärte mir, auf was bei der Verabreichung unbedingt zu achten sei, mit welchen Nebenwirkungen ich rechnen muss etc.

Die Haut wurde jedoch zusehends schlimmer. Krustig, schuppig. Tim sah aus wie ein von Motten zerfressener Teppich … . Aber wenigstens die Blutwerte sackten Gott sei Dank nicht weiter ab. Doch Tims schreckliche Kratzanfälle mussten ja einen Grund haben. Auf Empfehlung meiner „Notfallärztin“ ging ich mit ihm zu einer Dermatologin. Die Biopsie machte uns alle aber auch nicht schlauer. Er hatte keine Milben, keine Autoimmunerkrankung und keine kutane LM. Aha. Tim baute aber immer mehr ab.

Ernährung beim Hund mit Leishmansiose

Die Hautärztin wollte nun einen Allergietest durchführen. Das bog ich ab, auch die ca. 4 Wochen lang durchgeführte Ausschlussdät brachen wir zwangsläufig ab, weil ausgerechnet die Fleischsorte, für die ich mich entschieden hatte, aus dem Programm genommen wurde! Zu exotisch!

Und wieder ging die Suche los nach einem für Tim geeigneten Futter! Der eine Tierarzt riet mir zu Trockenfutter, der andere zu Nassfutter. Ich probierte mich echt durch sämtliche für Hund mit Leishmansiose geeignete Sorten. Tim fraß die halt auch irgendwie, ja, aber Begeisterung sah anders aus. Er tat mir so leid! Jetzt hatte ihn diese Krankheit in ihren Klauen und er wurde dafür noch mit fadem Futter bestraft. Freudlos fraß er immer ein bisschen von dem, was ich ihm vorsetzte. Fast wirkte es so, als wolle er nur mir damit einen Gefallen tun und nahm weiter ab. Also kochte ich irgendwann einfach selber!

Soviel zu beachten

Zumindest flammte dann da ab und an Begeisterung auf, wenn er Rindfleisch bekam, das ich nur ganz wenig anbriet. Ich beschäftigte mich mit Barfen und hatte immer die Angst  im Nacken, ich packe nicht alles rein, was er an Nährstoffen braucht!

Die Blutwerte wurden zwar nicht besser, aber auch nicht schlechter. Dann kam auch noch eine Homöopathin einer Hundebekanntschaft auf mich zu und die brachte ihn zumindest hinsichtlich seines immer wiederkehrenden Durchfalles wieder ins Lot – mich allerdings total ins Trudeln, weil sie mir Hoffnung machte auf Besserung, die sich aber nicht mehr erfüllte, weil Tims Blutwerte selbst nach anfänglicher kurzer Stabilistaion (dies aber dank einer  Eigenblutbehandlung meines Hauptarztes) zwar kurzzeitig gestoppt werden konnte, dann aber weiter absank.

Timchen verkostet Doggiepack
Timchen verkostet Doggiepack

Letzte Ausfahrt: Glucantime

Jetzt half kein Stabilisieren mehr, kein Eigenblut mehr, Tim brauchte endlich Glucantime – zu dem mir Frau Henning schon vor Wochen längst geraten hatte. Meine Notfallärztin empfahl mir jedoch, unbedingt wieder Milteforan anzuwenden, sie habe zu viele Hunde mit Nekrosen gesehen und das Glucantime sei jetzt nicht das Mittel ihrer Wahl. Aber Milteforan hat ja nicht wirklich viel bei Tim bewirkt. Mein Hauptarzt hatte allerdings noch keine Erfahrung mit dem Spritzen dieses Mittels! Frau Henning erklärte uns genau, wann und wieviel wir spritzen müssten. Ich entschied mich am Ende nur noch meinen Hauptarzt ans Ruder zu lassen, der war wenigstens offen für alle Ratschläge, die Tim helfen würden. Alle anderen waren für mich aus dem Rennen.

Und endlich ein Lichtblick nach allem Versuchen und Hadern und Zweifeln: er vertrug das Mittel!!!! Keine Nekrosen! Keine Übelkeit! Kein Erbrechen!

Sein Wesen verbesserte sich allerdings erst in der  5. Woche der Verabreichung. Hätte ich früher damit angefangen, hätte er sich bestimmt schneller erholt. Das muss ich mir leider auf die Fahne schreiben. Gut gemeint – schlecht gemacht. Während ich also jeden Morgen um 9 Uhr bei meinem Arzt mit Tim auf der Matte stand, suchte ich nach Futter, das meinem Tim erstens bekommen würde und zweitens auch noch schmecken sollte!

Abnehmen wie ein Abreißkalender

Tim nahm in den Wochen der Glucantimeverabreichung ab wie ein Abreißkalender. Er hatte 17,9 kg und war jetzt bei 15,6 kg!! Ich konnte gar nicht so viel in ihn hineinstopfen wie er abnahm! Ein Bild des Elends!!

Am wirklich aller-aller tiefsten Punkt meiner Verzweiflung riet mir Frau Henning zu Doggiepack. Da sei alles vereint, was ich mir wünschte: purinarmes Fleisch zusammengebastelt mit Gemüse etc. in portionsgerechter Form. Keine Pülverchen nötig, alles drin! Ich wollte es fast nicht glauben!

Ich bestellte (vergesse ich nie!) Rind mit Apfel-Beerenreis zur Probe.  Das Paket kam an. Ich erwärmte die Wurst und dachte nur so: „Wenn der das jetzt auch nicht will, habe ich keine Ahnung was ich tun soll“.  Aber was ich dann sah, ließ mich vor Freude tatsächlich weinen (und ich tu es beim Schreiben gerade wieder, weil ich mich nur zu gut an dieses Gefühl erinnere!):  Mein Tim fraß mit HINGABE und GLÄNZENDEN Augen (!) seinen kompletten Napf leer!

Blitzeblank geschleckt

Es war ein Freudenfest, dem kleinen Kerl beim futtern zuzusehen!!!  Diesen Moment vergesse ich NIEMALS! Ich orderte  ein bisschen mehr um zu testen, ob seine Begeisterung auch von Dauer sein würde und wie er die Sorten verträgt. Ws soll ich euch sagen: Es war der Hammer! Auf die beiden Lammsorten und die beiden Rindersorten  stürzte er sich wie verrückt. Damit lösten sich mit einem Schlag auch viele kleine weitere Probleme wie z.B. das Verabreichen seiner Medikamente!

Zum Allopurinol gesellte sich  was Homöopathisches für die Nierchen,  dann B12 in Tablettenform – Spritzen wollte ich meinem Tim ersparen, wurde er doch schon so oft gepiekst – aber sein Körper verwertet diese B12-Gabe erfreulich gut!- , dann hier mal Belladonna gegen das Fieber, dann Vet Imnune für seinen Allgemeinzustand – das alles konnte ich ihm in Form eines Knödels aus dem Doggiepackfutter endlich am Stück unterjubeln. Keine fettige Leberwurst mehr, kein gekochtes „Überraschungsei“ mehr basteln müssen  (den Trick hatte er eh ganz schnell durchschaut), endlich nach keinen weiteren Fütterungs-Tricks mehr suchen müssen … . Herrlich!

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Vorfreude!

Und dann die Kür zur Pflicht:

Das Glucantime sprach endlich an! Ich habe letzte Woche die Blutwerte erhalten. Und auch die BSP ist wieder im grünen Bereich. Und ich verfütterte die ganze Zeit über ausschließlich Doggiepack!

Mein Tim bekommt mittlerweile 2x je 400g Doggiepack  purinarm  Lamm morgens und Rind abends. Am nächsten Tag jeweils 2 andere Lamm-/Rindsorten, dann wieder zurück zu den ersten beiden. Dazwischen gibt es auch mal den grünen Blättermagen. Auch wenn keine Innereien verfüttert werden sollen, das mache ich nur ab und zu. Ihm schmeckt´s doch so gut …..  (auch wenn ich diese Leckerei nur noch mit Handschuhen und bei Durchzug in der Küche verfüttere 😉 ) .

 

Für mich war das Verfüttern von Doggiepack eine (und das meine ich ernst!) Offenbarung!!!!! Ich war endlich im Futterhimmel für meinen Tim angekommen!

Ich könnte jeden, der daran mitgewirkt hat, vor Freude einfach nur küssen und umarmen! Anm. des Doggiepack-Teams: Danke liebe Uli – wi werden ja ganz rot 😉 und freuen uns riesig, dass es Tim wieder schmeckt!

 

Eure Uli mit Tim

Uli Plobner mit Tim
Uli Plobner mit Tim

Fotos: U. Plobner

Buchempfehlung

Zu guter Letzt möchten wir allen betroffenen Hundehaltern noch den Ratgeber „Leishmansiose erkennen, verstehen, behandeln“ von Angelika Henning , einer führenden Expertin auf dem Gebiet – ans Herz legen. Die Autorin lebt in Spanien, wo die Leishmaniose endemisch ist. Durch ihre Tierschutzarbeit entstand 2012 die Zusammenarbeit mit spanischen Tierkliniken. Seit Jahren unterstützt und berät sie diverse Tierschutzvereine und deren Pflege- und Adoptionsfamilien und andere Betroffene bei der Diagnose und Therapie der caninen Leishmaniose und hält in Zusammenarbeit mit Tierärzten und Tierschutzvereinen in Spanien Informationsveranstaltungen in deutscher Sprache ab. Auf ihrem Blog veröffentlicht sie regelmässig aktuelle Informationen rund um das Thema Hund mit Leishmaniose.

 

Das purinarme Hundefutter von Doggiepack bekommt ihr hier.

 

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