Richtig füttern – mehr als die Frage nach dem besten Hundefutter

Warum ist richtig füttern mehr als die Frage nach dem besten Hundefutter? Die Antwort ist eigentlich simpel und doch versteckt sich viel Erklärungspotential dahinter: Denn auch hier ist es eine Frage der Qualität und Herkunft der Rohstoffe.

Immer mehr Hundeliebhaber möchten nicht nur artgerecht füttern,sondern fragen gezielt nach Fleisch aus artgerechter Haltung. Gut, das Tierwohl auch der „Lieferanten“ im Auge zu haben. Was wären wir für Tierfreunde, wenn unsere Moral an der Tür zum „Hühner-KZ“ an die Garderobe gehängt wird? Es ist aber auch wesentlich teurer als billiges Mastfleisch im Supermarkt – auch im Hundefutter. Warum man und frau sich aber trotzdem dafür entscheiden sollte:

Richtig füttern mit gutem Fleisch – Warum (Barf) Fleisch aus artgerechter Haltung besser ist

Artgerechte Haltung bedeutet nicht nur mehr Platz und Auslauf für die Tiere. Es ist viel mehr: Die Tiere werden artgerecht gefüttert und auf schnelles Mästen wird verzichtet. Die natürliche Fütterung der Tiere schlägt sich auch auf die Gesundheit unserer Hunde nieder. Unnötige Medikamentengaben und gentechnisch verändertes Futter gelangen auch in den Körper unserer Vierbeiner und wirken auf die Physiologie unserer Hunde. Dadurch, dass die Tiere im Herdenverband gehalten werden, natürlich ernährt und nicht mit wenig Platz in Kot und Urin stehen müssen, hat das Fleisch (und seine Nebenerzeugnisse)

  • einen wesentlich geringeren  Phosphorgehalt
  • eine geringe Keim- und Schadstoffbelastung
  • eine geringere Antibiotikabelastung (Medikation wird ausschließlich
    im Krankheitsfall einsetzt!)
  • keine zusätzliche Hormonbelastung ggf. sogar durch artfremde
    Hormone

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Wachstumshormone? – ein besonderes Problem der großen Rassen

Liebhaber der großen Rassen kennen das Problem: Die Fütterung derHunde in den ersten zwei Jahren ist aufgrund der starken Wachstumsintensität der Grundstein für die Gesundheit des Vierbeiners. Der Bewegungsapparat ist bei zu schnellem Wachstum besonders anfällig für spätere Erkrankungen. Gerade Rassen wie die Deutschen Dogge und der Irische Wolfshund sollten in den ersten Jahren keinesfallsWachstumsbeschleuniger durch konventionell produziertes Fleisch aus dem Ausland zugeführt bekommen. In der EU ist der Einsatz von Hormonen zu Mastzwecken seit 1989 verboten, aber oftmals kommt das billige Fleisch nicht aus der EU. Und woher genau die Rohstoffe stammen ist leider nicht deklarationspflichtig. Barf Fleisch aus artgerechter Haltung ist nahrhafter Fleisch und Knochen haben mehr Zeit zum Wachsen. Das schlägt sich nicht nur in einer besseren Fleischqualität nieder. Auch die Inhaltsstoffe sind bezeichnend.

Richtig füttern mit Weidefleisch

Fleisch von Weidetieren enthält

  • 4-6x weniger Fett
  • 2-4 x mehr Omega-3-Fettsäuren
  • einen höheren Gehalt an Vitamin C & E
  • 10x mehr Beta-Carotin
  • mehr Thiamin und Riboflavin der B-Vitamine
  • einen höheren Calcium- und Magnesiumgehalt
  • Und: Je höher die Qualität desto weniger braucht Futter braucht der Hund.

Richtig füttern ist auch gut für Natur, Klima & Umweltschutz

Weidetiere haben eine hervorragende Ökobilanz: eine Studie, die in der britischen Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht wurde, hat nachgewiesen, dass Antibiotika, wie es in Mastställen präventiv verabreicht wird, den Methanausstoß der Rinder um den Faktor 1,8 erhöht. Weidetiere hingegen stehen auf Gras, das pro Tag mehr Methan absorbiert als ein Rind im ganzen Jahr produziert. Zudem erhalten sie die Landschaft und benötigen viele klimafreundliche Wiesen, die wunderbar ohne Pestizide und mit Naturdung auskommen. Für energiereiches Mastfutter wie Mais, Soja und Getreide sind enorme landwirtschaftliche Flächen nötig, die auch als Weideland oder für den Obst- und Gemüseanbau genutzt werden könnten.

 

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Richtig füttern ist gut für uns und unsere Heimat

Produkte aus der Region haben immer die bessere Ökobilanz: Lange Transportwege – möglicherweise noch über Ozeane – entfallen. Und Hundefutter aus der Region ermöglicht Kleinerzeugern die Vermarktung von Produkten, di

e sonst leider nicht mehr verkäuflich sind. Die menschlichen Ansprüche sind enorm gestiegen: Bloß kein sehniges Fleisch und wer isst heute noch Pansen? Auch Suppenhühner sind kaum noch verkäuflich. Damit können wir alle einen kleinen Beitrag leisten, die ländlichen Regionen zu unterstützen und die artgerechte Haltung zu fördern.

 

Ist Bio-Fleisch die Alternative?

Es ist besser als konventionell – keine Frage. Und allen gemein ist, dass die Tiere frei von Gentechnik und ausschließlich mit ökologisch erzeugten Futtermitteln ernährt werden dürfen. Aber die EU-Richtlinien für Biotierhaltung sind nicht gleich artgerecht. So müssen Masthähnchen von 81 Tagen Lebensdauer nur 27 Tage im Freilauf verbringen. Fallen diese Tage in die Winterperiode, so verbringen auch sie ihr komplettes Leben im Stall. Auch in der Bio-Eierproduktion ist das Töten der männlichen Küken üblich und Rinder werden wegen der erhöhten Verletzungsgefahr schmerzhaft enthornt. Ökoverbände wie Demeter, Bioland und Naturland  haben strengere Richtlinien für die Tierhaltung, aber natürlich bekommt ihr das Fleisch hier nicht zu Aldi-Preisen.

 

siegel_aus_artgerechter_haltungIch will richtig füttern, aber wie finde ich Fleisch aus artgerechter Haltung?

Hundefleisch kaufen ist Vertrauenssache. Das musste ich in meinen langen Jahren der BARF Fütterung zum Teil schmerzlich lernen. Das wird sich auch nicht ändern. Die Vorschriften für die Kennzeichnung von Hundefutter und auch regionalen Produkten sind eigentlich nur im Interesse der Großindustrie: Künstliche Zusätze zur Konservierung werden als physiologische Ernährungszusätze deklariert, Sägemehl darf als Zellulose ausgewiesen werden und wussten Sie, dass Mineralöle gar nicht deklariert werden müssen? Unser Rat deshalb: Am besten bei Händlern und Herstellern des Vertrauens kaufen, die gerne auch mal etwas über ihre Bezugsquellen erzählen oder besser noch zeigen.

 

Eure Olivia

 

Hier gehts es direkt zu unseren Komplett BARF Menü, BARF Basis Mischungen und Knochen.

Artikel (pdf) aus Frauchen, Herrchen & ich, Ausgabe 2-18

Fotos: Doggiepack, Sandra Humpa – Dextro the German Shepard, Adam Warkoczynski

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