Mischling oder Rassehund – Teil 4: Welcher Hund passt zu mir?

Mischling oder Rassehund – Teil 4: Welcher Hund passt zu mir?

Teil 4 unserer Reihe „Welcher Hund passt zu mir?“ mit Hundetrainerin Anna Lange beschäftigt sich mit der beliebten Frage „Soll ich mich für einen Mischling oder doch lieber für einen Rassehund entscheiden?“. Viel Spaß beim Lesen!

 

Mythos gesunder Mischlingshund – anfälliger Rassehund

Zu diesem Thema gibt es viele Meinungen. So geht der Mythos um, dass Mischlinge angeblich immer gesünder seien, wohingegen man beim Rassehund ja vorher schon ganz genau weiß, worauf man sich einlässt und wie der erwachsene Hund dann so sein wird.

Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Mischlinge sind nicht zwingend gesünder als Rassehunde!

Ob ein Hund gesund ist oder nicht, hängt zum einen von den äußeren Bedingungen auf, unter denen er aufgewachsen ist. Mischlinge vor allem, wenn sie aus dem Ausland kommen, sind oft nicht entsprechend medizinisch behandelt worden und tragen dadurch eher mal ansteckende Erkrankungen in sich. Ein Hund vom seriösen Züchter, der (und auch dessen Mutter) von Anfang an geimpft, entwurmt und regelmäßig vom Tierarzt untersucht wurde, wird in dieser Hinsicht eher weniger Probleme haben. Auch legen Züchter im Idealfall Wert auf eine optimale Ernährung. Ein Hund, der seine ersten Lebenswochen oder -monate auf der Straße oder in unseriösen Händen verbracht hat und von Abfällen oder minderwertigem Futter gelebt hat, kann später durch die schlechte Nährstoffversorgung durchaus Probleme im Bewegungsapparat oder Stoffwechsel bekommen.

Anders verhält es sich oft mit genetischen bedingten Erkrankungen. Durch Überzüchtung bzw. sogenannte Qualzuchten haben Vertreter mancher Rassen extreme gesundheitliche Probleme, so ist z.B. die HD beim Deutschen Schäferhund oder die Atemprobleme bei der französischen Bulldogge ein weit verbreitetes Problem bei Rassehunden. Hier sollte man bei der Wahl des Hundes mindestens auf gesunde Elterntiere achten.

Mythos Hunde einer Rasse sind alle gleich…

Das optische Erscheinungsbild des erwachsenen Hundes ist bei reinrassigen Vertretern tatsächlich vorhersehbar. So kann man ungefähr abschätzen welche Größe, Fellfarbe und -beschaffenheit und Proportionen der Hund haben wird, wenn er ausgewachsen ist. Mischlingswelpen sind reine Überraschungspakete, der Welpe mit den größten Pfoten wird nicht zwangsläufig ein Riese werden. Auch Fellfarbe und -struktur können sich im Laufe des Erwachsenwerdens noch stark verändern.

Anders verhält es sich mit den inneren Werten. Bei den Rassehunden gibt es durchaus grobe Spezialisierungen, der tatsächliche Charakter ist und bleibt dennoch individuell und wird durch die Erfahrungen, die der Hund im Leben macht noch stark beeinflusst. So ist nicht jeder Labrador der perfekte Kinderhund, nicht jeder Hütehund extrem temperamentvoll und nicht jeder Schäferhund der sichere Schutz vor Einbrechern. Andererseits sollte man bei der Wahl der Rasse die ursprüngliche Aufgabe nicht unbeachtet lassen: wer seinen Hund immer und überall frei laufen lassen möchte, sollte sich vielleicht nicht gerade einen Jagdhund aussuchen, ein Herdenschutzhund wird selten in im Trubel der engen Stadt glücklich und ein Molosser ist nicht unbedingt der ideale Begleiter für Menschen, die gerne jeden Tag gemeinsam mit ihrem Hund viel und ausdauernd Sport treiben möchten.

Auch Rassehunde suchen oftmals ein neues Zuhause!

Wer sich in eine bestimmte Rasse verliebt hat, sollte sich gut darüber informieren und sich gewissenhaft auf die Suche nach einem guten Züchter machen oder sich im Tierschutz umsehen. Es gibt inzwischen für nahezu jede Rasse eine oder mehrere Nothilfen, was sich gerade für Menschen anbietet, die nicht unbedingt einen Welpen haben möchten oder einfach das Bedürfnis haben, einem Hund ohne eigene Familie ein neues Zuhause zu geben. Rassehund und Tierschutz schließen sich gegenseitig also schon längst nicht mehr aus!

Dennoch sind reinrassige Hunde natürlich meist teurer, aber auch bei Mischlingen sollte man nicht nach „Schnäppchen“ suchen. Denn hier leidet immer der Hund darunter bzw. meist spätestens beim ersten Tierarztbesuch dann doch der Geldbeutel der neuen Besitzer.

Lasst Euer Herz sprechen!

Zusammengefasst gilt auch hier wieder: Hat man einen Vierbeiner ins Herz geschlossen und die ganze Familie ist sich einig, dass genau dieser Hund mit seiner Persönlichkeit und seinem Wesen der richtige ist, sollte man sich von Rasse, Alter oder Geschlecht nicht abhalten lassen!

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und vor allem bei der Wahl eures treuen, vierbeinigen Begleiters!

Eure Anna

www.hundeschule-lange.de

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