Welcher Hund passt zu mir? – Überlegungen vor der Anschaffung

Anna Lange ist eine Expertin in Sachen Hund. Erziehung und Training sind ihre Berufung. Wir freuen uns, sie als Partnerin für unseren #Doggiepack-Blog gewonnen zu haben. Anna versorgt Euch 2x pro Monat hier mit Tipps und Tricks für den Alltag mit Euren Fellnasen.
Neben der Erfahrung mit ihren eigenen Hunden begann Anna 2008 über ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Tierheim mit Hunden zu arbeiten und die dortigen Hunde zu resozialisieren. Seit 2012 arbeitet sie hauptberuflich als ausgebildete Hundetrainerin und gründete 2014 ihre eigene Hundeschule im Raum Gießen und Umgebung. Die nächsten Wochen wird sie Euch über die wichtigsten Stationen in einem Hundeleben von der Anschaffung bis hin zum Abschied informieren.

 

Ein Hund soll her – Überlegungen vor der Anschaffung

Der Entschluss ist gefasst: endlich soll ein eigener Hund einziehen. Viele Menschen wünschen sich sehnlichst solch einen treuen Gefährten und stehen dann vor der Frage: wo soll die Suche nach dem neuen Familienmitglied beginnen? Am besten mit dem Griff an die eigene Nase:

Haben wir ausreichend Zeit und Raum für eine Fellnase?

Zunächst sollte man sich aber genau überlegen ob man dieser Verantwortung für ein ganzes Hundeleben lang gewachsen ist! Hunde sind hochsoziale Lebewesen, die am liebsten immer mit ihrem Menschen zusammen sein möchten. Natürlich kann niemand 24 Stunden am Tag nur für seinen Hund zur Verfügung stehen und jeder Hund kann auch lernen stundenweise alleine zu bleiben. Er sollte aber über den Tag verteilt ausreichend Ansprache, Beschäftigung und Zuneigung bekommen. Wie viel er davon braucht, ist sehr individuell und von Hund zu Hund und Hunderasse zu Hunderasse ganz unterschiedlich.

Raus bei Wind und Wetter

Hunde wollen raus und brauchen Bewegung – und das bei jedem Wetter. Auch kleine Hunderassen brauchen Auslauf und möchten auf der Wiese toben. Wer gerne in der Natur unterwegs ist und kein Problem mit Regen oder Kälte hat, wird in den meisten Hunden einen freudigen und dankbaren Begleiter finden. Im Sommer bei großer Hitze sollte der Hund tagsüber einen kühlen Platz zur Verfügung haben. Spaziergänge sollten dann auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden verlegt werden. Oder man verbringt den Tag am See, so dass der Hund jederzeit die Möglichkeit hat, sich abzukühlen.

Ein Hund kostet Geld – ein Hundeleben lang

Die finanzielle Belastung durch einen Vierbeiner darf nicht unterschätzt werden. Der Kaufpreis für einen Hund ist nichts, verglichen mit den Kosten, die in einem Hundeleben anfallen. Die Aufwendungen für Futter, Tierarzt, Ausrüstung, Steuer, Versicherung und evtl. auch Hundeschule oder Hundebetreuung sollten vorab eingeschätzt werden. Ein Blick ins Internet kann dabei helfen. Damit kann man sich ein Bild verschaffen, ob man diese Summe investieren kann und will. Und man sollte sich selbst den Gefallen tun und das Ganze nicht schönrechnen. Das billigste Futter ist nicht für jeden Hund geeignet und langfristig gesehen ist doch vielleicht ein Hundesitter und/oder -trainer nötig.

Willkommen in der Familie

Zieht der Hund in eine Familie ein, sollten alle Familienmitglieder damit einverstanden sein. Auch eine Hundehaarallergie sollte vorab ausgeschlossen werden. Wenn man zur Miete wohnt ist es wichtig das schriftliche Einverständnis vom Vermieter zu haben. Hunde machen Dreck und verteilen überall ihre Haare, auch die Kurzhaarigen – darüber sollte man sich bewusst sein. Wer Wert auf eine dauerhaft saubere Wohnung legt sollte sich gut überlegen, ob er ein Familienmitglied haben möchte, dass sich mit Freude und Vergnügen in jede Schlammpfütze wirft.

Blick in die Zukunft

Die eigene Beurteilung der beruflichen Situation sollte auch nicht ausschließlich im Hier und Jetzt stattfindet. Derzeit ist man vielleicht ausreichend daheim, um dem neuen Begleiter gerecht zu werden. Aber was bringt die Zukunft: Bleibe ich in meiner beruflichen bzw. häuslichen Situation oder sind Veränderungen absehbar? Was gibt es für Möglichkeiten für mich und meine Fellnase, wenn sich etwas ändert? Wer jetzt bereits mögliche Alternative überdenkt, wird später nicht böse überrascht.

Auch in die Urlaubsplanung muss das zukünftige Familienmitglied mit einbezogen werden. Kann und darf der Hund mit in den Urlaub oder sucht man vorab lieber nach einer guten Betreuung, die den Hund während dieser Zeit versorgt. Tipps für die Reiseplanung mit Hund gibt es hier im Doggiepack-Blog.

Wenn all diese Punkte gut überlegt sind und mit einem klaren Ja beantwortet werden können, dann kann die Suche nach dem passenden Hund beginnen! Hier werden sich weitere Fragen ergeben, wie zum Beispiel: Welpe oder erwachsener Hund, Hündin oder Rüde, Rassehund oder Mischling, Züchter oder Tierheim?

All diese Punkte werde ich Euch in weiteren Teilen dieses Blogs näherbringen.

Viel Spaß beim Lesen!
Eure Anna Lange


Mehr über Anna könnt Ihr hier erfahren: http://hundeschule-lange.de/

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